Bestattungsarten – Elementarbestattungen

Bestattungsarten – Elementarbestattungen

Es ist sinnvoll und ratsam, sich mit den verschiedenen Bestattungsarten auseinanderzusetzen. Es gibt heute immer mehr alternative Bestattungsformen, über die es sich nachzudenken lohnt. Hier möchten wir Sie über traditionelle Wege ebenso wie über einige neue Bestattungsarten informieren.

Erdbestattung

Bei Erdbestattungen können Sie zwischen folgenden Grabarten wählen:

  • Wahlgrab (das sogenannte Familiengrab)
  • Reihengrab (nur für eine Bestattung zulässig)
  • Rasengrabstätte (mit Namensplatte)

Anonyme Grabstätte (da hier den Angehörigen der Bezug zu einem Ort der Trauer fehlt, raten wir von dieser Lösung ab – es gibt finanzierbare Alternativen!)

A - Es ist ein Grab vorhanden

Hier muss zuerst geprüft werden, ob das Grab belegt werden kann. Normalerweise gelten Ruhefristen von 15–30 Jahren. Auf manchen Friedhöfen kann dies auch eine längere Zeitspanne sein. Sofern der Verstorbene nicht selbst Besitzer der Grabstätte war (dies ist aus der Graburkunde ersichtlich), muss vor der Bestattung die schriftliche Zustimmung des Grabbesitzers eingeholt werden.

Im Allgemeinen genehmigen die Behörden jedoch nur die Beisetzungen von Familienangehörigen des Grabbesitzers. War der Verstorbene selbst der Grabbesitzer, ist es unbedingt notwendig, das Grab baldmöglichst auf einen neuen Nutzungsberechtigten umzuschreiben. Die Reihenfolge des Anspruchs richtet sich nach der Erbfolge, sofern der verstorbene Grabbesitzer zu Lebzeiten keine andere schriftliche Verfügung getroffen hat.

B - Es ist kein Grab vorhanden

In diesem Fall kann ein Grab an dem Ort erworben werden, an dem der Verstorbene oder ein Familienangehöriger seinen ständigen Wohnsitz hatte bzw. hat.

Feuerbestattung

Bei einer Feuerbestattung kann die Trauerfeier mit dem Sarg oder, nach der Einäscherung, mit der Urne stattfinden. In Anwesenheit der Trauergemeinde wird die Urne in der ausgesuchten Grabform beigesetzt. Die Feuerbestattung kann nur dann durchgeführt werden, wenn der Verstorbene eine schriftliche Erklärung hinterlegt hat, oder wenn sie im Trauerfall von den nächsten Angehörigen angeordnet wird.

Baumbestattung oder Waldbestattung

Die Urne mit der Asche des Verstorbenen wird im Bereich eines Baumes im Bestattungswald beigesetzt. Der Waldcharakter soll hierbei erhalten bleiben, auch die Grabpflege wird von der Natur übernommen. Die Urne besteht aus einem Naturmaterial, das sich leicht zersetzt. In Deutschland richten einige Friedhöfe Baum- oder Waldgräber ein, die meisten Naturbestattungen finden jedoch in so genannten Friedwäldern® oder Ruheforsten® statt.

Je nach Anbieter gibt es unterschiedliche Wahlmöglichkeiten, z.B. einen Familienbaum, Partnerbaum und Gemeinschaftsbaum. Kleine Gedenktafeln am Baum können an den Verstorbenen erinnern. Auch auf dem Waldfriedhof Aschaffenburg sind Baumgräber vorhanden. Die Lage des Grabes in der Nähe eines Baumes wird von der Friedhofsverwaltung vorgegeben. Die Grabpflege erfolgt durch die Stadt Aschaffenburg. Hier können auch Verstorbene anderer Gemeinden und Städte beigesetzt werden.

Andere Formen der Naturbestattung

Im angrenzenden Ausland gilt ein anderes Bestattungsgesetz als bei uns. So sind in der Schweiz neben der Urnenbeisetzung auf einer Almwiese, an einem Baum oder Felsen oder an einem Bachlauf in den Bergen auch Ascheverstreuungen in freier Natur erlaubt. Auch in den Niederlanden und Frankreich sind Verstreuungen zulässig.

Wer den Friedhof legal umgehen und unmittelbar am Kreislauf des Lebens teilhaben möchte, kann außerdem bei „Tree of Life“ einen persönlichen Wunschbaum auswählen. In einem Substratgemisch aus der Asche des Verstorbenen und spezieller Vitalerde zur Durchwurzelung wächst so neues Leben. Der Baum kann später im eigenen Garten eingepflanzt werden.

Seebestattung

Eine Einäscherung des Verstorbenen geht einer Seebestattung voraus. Bei der Seebestattung wird die Urne auf See überführt, dies kann wahlweise in An- oder Abwesenheit der Angehörigen geschehen, auch kann eine Trauerfeier an Bord abgehalten werden. Nach dem Überschreiten der sogenannten Dreimeilenzone des Atlantiks, der Ostsee oder der Nordsee wird sie ins Meer hinabgelassen. Als Erinnerung werden die genauen nautischen Daten auf einer Seekarte festgehalten.

Weitere Bestattungsformen

Zu den bekannten Alternativen gehört die Diamanterstellung. Ein Diamant ist ein Symbol für Kostbarkeit und Unvergänglichkeit. Wer dieses Symbol schätzt, kann einen Teil der Asche des Verstorbenen mit Hilfe eines speziellen physikalischen Verfahrens in einen Diamanten umwandeln lassen. Der verbleibende Teil der Asche kann auf andere Weise in einem Urnengrab beigesetzt werden, je nach Wunsch des Verstorbenen.

Bei einer Luftbestattung wird die Asche von einem Heißluftballon aus verstreut. Auch dies entspricht nicht unserem Bestattungsrecht und kann nur im angrenzenden Ausland stattfinden. Die Angehörigen dürfen im engsten Kreis der Verstreuung und der kleinen Zeremonie beiwohnen, aber auch Fahrten ohne Angehörige sind üblich, z.B. in den Niederlanden und in Frankreich.

Eine kostspielige Variante ist seit 1997 die Weltraumbestattung. Hierbei wird ein Teil der Asche mit einem Bestattungssatelliten ins Weltall befördert. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht die Aschekapsel. Sogar Mondbestattungen können durchgeführt werden. Diese Formen der Bestattung werden nur unregelmäßig angeboten.

Wer die Asche des Verstorbenen in einem Feuerwerk verglühen lassen möchte, kann dies zum Beispiel in England tun.

An der Küste Floridas ist mit dem Memorial Reef ein künstliches Riff entstanden, dem die Asche beigegeben wird. Hier entsteht ein idealer Lebensraum für Korallen und Meerestiere.

Sollten Sie Fragen zu den verschiedenen Bestattungsarten haben, können Sie uns gerne kontaktieren.